| Trockenmauer anlegen |
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Trockemauer anlegen Zur Anlage einer Trockenmauer ist nicht nur handwerkliches Geschick, sondern es sind sehr gute geoökologische Kenntnisse des Naturraums erforderlich, wenn die Mauer über eine lange Zeit einen sicheren Stand und einen hohen ökologischen Nutzen haben soll. Die wohl schwierigste Aufgabe besteht darin, einen optimalen Standort für die Mauer im Hang zu finden. Maßgebend sind häufig Besitz- und Eigentumsverhältnisse sowie die landwirtschaftliche Nutzung. Stehen diese wirtschaftlichen Faktoren einem aus ökolgischen Gründen zu bevorzugenden Standort entgegen, muss eine Kompromisslösung gefunden werden. Wichtige ökologische Faktoren für die Standortsuche, die Standortwahl und die Errichtung einer Trockenmauer sind:
Soll eine Trockenmauer neu errichtet werden, muss zunächst hinterfragt werden, ob sie in das historisch gewachsene Bild einer Landschaft passt. Trockenmauern sollten möglichst harmonisch in bestehende Landschaftsstrukturen eingefügt und so Teil eines Biotopverbunds werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass Trockenmauern in Gestalt und Form regional sehr variieren. Vor der Errichtung sollten deshalb bestehende Trockenmauern in näherer Umgebung aufgesucht und geprüft werden, ob diese bei der Errichtung als Vorlage dienen können. Grundsätzlich sind für Trockenmauern nur Natursteine zu verwenden, die örtlich vorkommen. Am besten eignen sich Lesesteine aus dem Umfeld. Aus der natürlichen Anzahl bestimmt sich dann im Wesentlichen die Größe und auch der Verlauf der Trockenmauer. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Trockenmauern über Jahrzehnte wachsen und weitere Gesteinslagen allmählich aufgeschichtet werden können, wenn z.B. durch das Pflügen Steine an die Oberfläche geholt werden. Dies sollte auch vorausschauend bei der Standortwahl berücksichtigt und entschieden werden, ob eine Lage im Oberhang, im Mittelhang oder im Unterhang geeignet ist. Eine Mauer in Hangabschnitten mit einem konvexen Verlauf der Isohypsen wird i.d.R. einen geringeren Wasserzufluss haben als Mauern, die in einem eher muldenförmigen, konkaven Hangbereich errichtet werden. Ist der Hangbereich einförmig und nicht selbst reliefiert, bietet sich eine parallele oder senkrechte Ausrichtung der Mauer zum Verlauf der Isohypsen an. In Weinbergen findet man solche linearen Mauern längs der Steigen und der Staffeln, die den Weinberg erschließen. Je nach Größe und Mächtigkeit der Trockenmauer ist es im Gegensatz zu einem Lesesteinhaufen erforderlich, ein Fundament aus Schotter oder Schutt anzulegen. Aufgrund der Stützfunktion, die die Mauer entfalten soll, kann es erforderlich sein, dass ein Steinmetz die Natursteine nachbearbeitet. Größere Gesteinsquader bilden den Sockel der Mauer. Die folgenden Reihen werden im Versatz gelegt, so dass keine vertikal durchgehenden Fugen entstehen. Die Mächtigkeit der Steine nimmt mit der Höhe des Gemäuers ab. Die Trockenmauer wird in einem Winkel von ca. 80° (Grad) lose geschichtet. Mörtel wird nicht verwendet, da zum einen Pflanzen die Fugen der Mauern besiedeln sollen, und zum anderen Wasser die Möglichkeit haben soll, aus dem Mauerwerk zu treten. Werden die Fugen einer Trockenmauer mit Mörtel verfugt, staut sich hinter den Trockenmauer das Wasser im Boden. Die daraus resultierende Gewichtszunahme pro Kubikmeter Boden lastet dann auf dem Mauerwerk und verursacht eine weitere Instabilität. Besonders nachteilig wirkt sich im Weinbau die lineare tälwärtige Ausrichtung der Rebstöcke in der Drahtrahmenerziehung aus. Aufgrund der weiten Stockabstände flurbereinigter Weinlagen und der daraus resultierenden breiten Lesegassen ist der Hangbereich nicht so gut duchwurzelt wie bei der Anlage einer traditionellen Rebfläche in Rautenform. Das Wasser fließt zwischen den Reben im Drahtbau hangabwärts, ohne von dem Wurzelwerk der Pflanzen aufgenommen werden zu können. Hierdurch wird der Erddruck auf die Trockenmauer am Ende einer Drahtzeile weiter verstärkt und die Mauer gibt unter der Last nach. Eine verfugte Mauer leitet das Wasser und damit die Last auf Abschnitte einer nicht verfugten Trockenmauer und fördert damit deren Instabilität. Wenn eine Trockenmauer restauriert werden muss, sollte der eingestürzte Bereich fachmännisch abgemauert werden. Hierbei ist auch zu prüfen, weshalb die Mauer eingestürzt ist. Ursache kann die falsche Anlage der Weinreben in einem talwärts gerichteten Spalier sein, eine mangelhafte Baustatik oder erhöhte Niederschlagsmengen in kurzen Zeitabständen. Durch das Eigengewicht von Traubenvollerntern wird die Standsicherheit einer Trockenmauer weiter gefährdet. An westexponierten Hängen mit mehr Niederschlag kann eine größere Lastverteilung durch einen geringeren Abstand zwischen den Trockenmauern Abhilfe schaffen. Die eingestürzten Abschnitte sind wieder lose ohne Mörtel aufzuschichten. Quelle: Wikipedia |
